Kommunikation global

Hältst du Vorträge vor einem internationalen, multikulturellen Publikum? Dann achtest du idealerweise auf entsprechende Körpersprache, und hier insbesondere auf deine Gestik. Manche Gesten gelten universell, andere nutzt du besser nur eingeschränkt je nach Region, oder überhaupt nicht.

Falsch eingesetzt, können deine Gesten zu Missverständnissen führen. Im CATs-Treffen am 9. April 2018 ging es um einige der am meisten verbreiteten Gesten: „Daumen hoch!“ bedeutet in den deutschsprachigen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz) „Super, das hast du gut gemacht!“, wird aber in Ländern wie Australien, Afghanistan, Irak und Iran als vulgäre Geste wahrgenommen.

Der zum „V“ ausgestreckte Mittel- und Zeigefinger steht in den USA, im Irak und Iran für „Victory!“, also den Sieg im Krieg, während es in vielen Friedensbewegungen für „Frieden wird siegen!“ eingesetzt wird. In anderen englisch-sprachigen Ländern wie Australien, Neuseeland, Südafrika und Großbritannien ist das „V“ hingegen gleichbedeutend mit dem ausgestreckten Mittelfinger.

Bei den CATs gab es noch weitere Gesten und deren Interpretations-Möglichkeiten. Der sicherste Tipp für unsere Kommunikation im interkulturellen Kontext: Behalte deine Finger bei dir, sonst läufst du Gefahr, missverstanden zu werden. Welche kulturellen Fauxpas wir noch vermeiden können, beschreibt Gayle Cotton ganz ausführlich in ihrem 2013 erschienenen Buch „Say anything to anyone, anywhere. 5 keys to successful cross-cultural communication.“

Ein weiteres Thema war die Interpretation von Worten, Tonalität und interkulturellen Dialogen, hier am Beispiel des Satzes „I really liked your presentation.“ Je nachdem, welches der Worte ich betone, kann ich die Bedeutung meiner Aussage entscheidend verändern. Gerade bei Nicht-Muttersprachlern gilt es, nicht jedes Wort und nicht jede Betonung auf die Goldwaage zu legen. Bereite ich meine Präsentation vor, überlege ich mir am besten vorab, welches Publikum aus welchem Kultur- oder Business-Kreis ich erwarten kann. Entsprechend passe ich meine Wortwahl und teils auch den Sprachstil an.

Dies und einige andere Aspekte wie z.B. der Einsatz persönlicher Geschichten im Business waren Themen, die wir an diesem Abend diskutiert haben. Einer der Tipps für unsere deutsche Kultur: Lasst viel öfter persönliche Emotionen zu, statt zugeknöpft und allzu sachlich zu sein – die gesunde Mischung macht eine gute Präsentation und damit auch die Verbindung zwischen Redner und Publikum aus.

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